Historie
...was uns die alten Schriften erzählen...
 
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J. N. Tinkhauser’s „Brunecker Chronik“ – 1834
„Das Bad zu Mühlbach ober Gaiß wird sehr belobt, hat aber noch eine schlechte Unterkunft.“
Niederweger Chronik
„In diesen Thale ist eine Wasserquelle befindlich, die zu einem Bade dienet, und von wenigen Leuten im hohen Sommer besuchet wird, ohne jedoch außer einer schlechten Hütte ein Obdach oder Unterkunft zu finden.“

Beda Weber - das Land Tirol – ein Handbuch für Reisende – Wagner’sche Buchhandlung 1838

„Beinahe eine Stunde über der Kirche liegt das Mühlbacherbad. Der Weg zu demselben ist rau und steil, so dass auch das Reiten mit Mühe verbunden ist. Am besten geht oder reitet man von Uttenheim aus über den sogenannten Ainsberg. Die Badwohnung besteht in einer Alpenhütte, die Kost in dem, was jeder Gast sich selbst mitbringt, gewiss das einfachste Bad in Tirol, aber auch bei weitem das wohlfeilste. Das Landvolk besucht es zahlreich und gern, und spürt heilsame Wirkungen, wozu die frische Bergluft nicht wenig beiträgt. Es gehört zu den Stahlwassern.“

Tirol und Vorarlberg topografisch, mit geschichtlichen Bemerkungen von Johann Jakob Staffler, II. Band– Innsbruck 1844
„Ungefähr ¾ Std. ober der Kirche von Mühlbach befindet sich auf steiler Alpenhöhe die Mühlbacher Badeanstalt. War dieselbe vor kurzem noch im Zustande aller Entbehrungen (denn wer dieses Bad benützen wollte, musste das Nöthige hiezu mit sich bringen) so kann doch jetzt Unterkunft und Verpflegung als sehr befriedigend betrachtet werden. Die Quelle, wenn auch ohne eigentlichen Mineralgehalt, ist sehr kalt und rein, daher stärkend. Wegen seiner vortrefflichen Wirkungen wird das Mühlbacherbad von Landleuten gern besucht, obschon es nicht selten geschah, dass die Badegäste mitten im Sommer von einem fußtiefen Schnee aus ihrem Alpl vertrieben wurden.“


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Adolph Schaubach – Handbuch für Reisende durch das mittlere und südliche Tyrol – 1850 – Jena
„…eine Stunde darüber liegt das Mühlbacher-Bad, ein Stahlwasser, vom Landvolke benutzt, besonders seit der Cholera.“

Neue deutsche Alpenzeitung – Wien, 20.01.1877 - Drei Ausflüge in die Rieserfernergruppe –Von  Dr. J. Daimer in Taufers
„…endlich kam das Mühlbacher Badl in Sicht. Eine kleine Zahl von Curgästen, Bauern der Umgebung, trieb sich um das Haus herum oder ruhte auf der das Haus umgebenden Wiese, von den Anstrengungen des curmässigen Nichtsthuns. ..Was die Quelle eigentlich enthält, ist mir nicht bekannt. Eine ältere Schrift zählt das Wasser zu den Thonerde- und eisenhältigen. In seiner Wirksamkeit soll es die meisten Pusterthalischen Wässer übertreffen und wird es namentlich gegen Verdauungsbeschwerden und rheumatische Gebreste, besonders der Beine gerühmt. Nicht Jeder verträgt aber den Curgebrauch in Mühlbach. Vielen ist das Wasser zu stark, sie müssen fortziehen, ehe sie noch eine Besserung verspüren. So lauten die durch langjährige Erfahrung begründeten Ansichten der Thalbewohner.“
„…Für einen Luftkurort kann man sich kaum einen günstigeren Platz denken. 1755 m über dem Meere gelegen, rings von harzduftenden Wäldern umgeben, hat es die denkbar günstigsten Bedingungen einer gesunden Station. Des Besuch des Bades ist kein sehr zahlreicher, schwache Leute sind nicht im Stande, zwei Stunden lang bergauf zu gehen und von der kräftigeren, welche sich dies leisten können, bedürfen die Wenigsten einer Badecur. Man trifft daher auch oft gesunde, kräftige Leute dort, die auf einige Zeit hinkommen, um noch gesünder zu werden und allfälligen Erkrankungen im Winter bei Zeiten vorzubeugen.“

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Johann Kammerer in einer Sonderbeilage der Wochenzeitung „Pustertaler Bote“ Kleiner Gasthof- und Geschäftsanzeiger, Jahrgang 1898 
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Kaiserfeier am 18.08.1905 auch im Bad Mühlbach: – 25.08.1905Pustertaler Bote

„Ihr Bürger von Brunopolis – kommt herauf und vergeßt nicht, die 'Tonfirma Mascher' mitzubringen!“ (Herr Mascher spielte die Violine, Herr Wagger die Zither).

Die Bäder und Heilquellen im Hochetsch von Dr. Ignaz Mader – Kommissionsverlag der Buchhandlung Vogelweider, Bolzano, 1929
Das Bad Riomulino (1695)
Das Mühlbacher Bad ist wohl das höchstgelegene Bad des Pustertales, von dem die Gäste oft mitten im Sommer durch fußtiefen Neuschnee vertrieben werden, bietet aber dafür alle Vorzüge des Hochgebirgsklimas mit seiner würzigen Luft von nahen Nadelholzwäldern und kräftiger Besonnung. Es liegt in einem breiten Hochtale, schon in nächster Nähe der Almhütten, 45 Minuten oberhalb des Dorfes gleichen Namens, zu welchem man von Gais auf steilem Karrenwege in einer Stunde gelangt, bequemer, aber weiter von Villa Ottone (Uttenheim) über den sogenannten Ainsberg.
B. Weber (1838 III, 413) beschreibt es als das einfachste und wohlfeilste Bad im Lande; man wohnte in einer Alpenhütte, schlief auf Heu und kochte, was sich jeder selbst mitgebracht hatte; trotzdem war der Besuch groß, angeblich während der Badezeit jährlich 100 bis 300 Personen aus der Umgebung, welche die Bäder besonders bei Schwäche der Verdauungsorgane gebrauchen.
Staffler (Topgr. 1847 IV, 260) spricht von einem um diese Zeit erbauten Badegasthause, das bescheidenen Ansprüchen gerecht wurde und in diesem Zustande heute noch besteht. Der Betrieb hat dort überhaupt noch so ziemlich die Eigenheiten eines Bauernbadels erhalten, indem es manchmal recht lustig und fröhlich sein soll.
Nach F. C. Karpe (1830, Tiroler Bote) gehört das Wasser zu den erdigen Wässern, eine richtige Analyse fehlt leider auch hier. Zwei Quellen entspringen in der Nähe aus Schottern von Gneis.
1. Eisenquelle: Temperatur 3.7° C., Radioaktivität 2.9 Mache-Einheiten.
2. Badlquelle: Temperatur 3.7° C., Radioaktivität 3.0 Mache-Einheiten.
(Bamberger und Krüse, Sitz.-Bericht der Akademie der Wissenschaft Wien 1913)

Vinzenz OberhollenzerDie Tauferer und die Tölderer - Reimmichls Volkskalender 1968
„Etwa eine Stunde von der Ortschaft entfernt liegt das Badl, welches sich früher großen Besuches erfreute und Leuten in mannigfachen Gebrechen Linderung bot. Es ist mit seinen 1700 Metern das höchstgelegene des Landes. Heute ist es nur mehr im Sommer geöffnet, ein beliebter Ausflugsort und eine vielbesuchte Jausenstation.“

 
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Josef
RampoldPustertal  - Landschaft, Geschichte und Gegenwart an Drau, Rienz und Ahr - 1972

„Eine Berühmtheit war das Mühlbacher Bad (1694 m), das höchstgelegene seiner Art im Pustertaler Raum und ein 'Bauernbadl' von urtümlichstem Charakter, das gerade deshalb auch von den Bruneckern aufgesucht wurde; es herrschte hier eine heitere Vermischung von Badebetrieb (in Holzbottichen) und Almleben, das ja nach weitverbreiteter Ansicht einen etwas gelockerten Sittenkodex zulässt. Das schon von Beda Weber und Staffler gerühmte Mühlbacher Bad ist leider vor wenigen Jahren abgebrannt und nicht mehr in Gebrauch, die Kapelle (18. Jh.) von Verfall bedroht.“
Hermann Frass/Franz H. RiedlHeilbäder und Heilwässer in Südtiol1979
"Als einfachstes und wohlfeilstes Bad in Tirol nannte Beda Weber 1838 das gern besuchte Bad Mühlbach (1695 m), in einem Tauferer Seitental, von Gais oder Tesselberg her erreichbar. Es war ein Bauernbadl ursprünglichsten Charakters; leider brannte es vor wenigen Jahren ab und ist daher nicht mehr in Verwendung. Es wurde besonders gegen Erkrankungen der Verdauungsorgane gebraucht."

Josef Innerhofer – „Taufers Ahrn Prettau“ – Die Geschichte eines Tales, 1980
"Josef Oberbrugger aus Mühlen (1829-1860) hat sich als Heilpraktiker bestätigt. Im Sterbebuch Uttenheim wird er dreimal als behandelnder Arzt erwähnt. In seine Amtszeit fiel der Umbau der Kapelle beim Mühlbacher Badl. Dieses bekannte Bauernbad liegt eine Gehstunde vom Orte entfernt und ist das höchstgelegene im Pustertal (1694m). Dort herrschte einst ein lustig-lockeres Gemisch von Bade- und Almerleben. Vielleicht rührt es daher, dass die Mühlbacher früher als ein sehr lebefreudiges Völkl galten. Die Bedingung, die das Konsistorium an die Kapelle von Finsterbach gesetzt hat, war nicht unbegründet. Die Heilkraft des Bades wurde sehr gerühmt, besonders gegen Erkrankung der Verdauungsorgane. Die Leute mussten sich aber selber verpflegen. 1967 ist das Badl abgebrannt …"

SüdTirolBergwerke Höhlen HeilquellenHerbert Kuntscher1990
"Bad Mühlbach (1695m). - Die Örtlichkeit liegt nordöstlich von Gais im Mühlbachtal. Dort war ein im vorigen Jh. beliebtes Bauernbadl, mit angeblicher Eisenquelle und schwacher Radioaktivität 39,1 Bq/l. Teilanalysen 1982 des LLBZ Nr. 10.531-32 weisen sie als oligomineralisches Wasser aus: R/180°90, HCO, 42,0, SO 10,2, SiQ 2,6, Sisen-Spuren, mg/kg."